Apfelblüte in Bad Heilbrunn
Hauptblütezeit im Gartenjahr
Frauenmantel im Frühsommer
Der Garten im Winter

Phänologische Jahreszeiten

Im Unterschied zu den astronomischen oder kalendarischen Jahreszeiten liegen die phänologischen Jahreszeiten nicht auf den Tag genau fest, sondern sind abhängig von den Jahr für Jahr zu unterschiedlichen Terminen einsetzenden Entwicklungen in der Natur.

Jeder phänologischen Jahreszeit sind deshalb Zeigerpflanzen zugeordnet. So beginnt zum Beispiel der Vollfrühling mit der Apfelblüte – und die tritt von Jahr zu Jahr und auch von Region zu Region zu unterschiedlichen Terminen auf.

Als „phänologische“ Vegetationszeit gilt im Deutschen Wetterdienst die Zeitspanne zwischen dem Beginn der Forsythien-Blüte und dem Blattfall der Stiel-Eiche.

Zur Nutzung der Daten während der gesamten Vegetationsperiode werden die Eintrittstermine charakteristischer Pflanzenphasen beobachtet und notiert, u. a. Blattentfaltung, Blüte, Fruchtreife, Blattverfärbung oder Blattfall. Sie sind gut sichtbare Veränderungen der Pflanze als Ausdruck eines Wechsels in ihrem physiologischen Zustand und stehen in enger Beziehung zur Witterung und zum Klima. Daher eignen sich die gewonnenen Daten für verschiedene

Anwendungsgebiete, u. a.: Klimaforschung, Agrar- und Forstwissenschaft, Geografie, Beratung der Landwirtschaft, Polleninformationsdienst für Allergiker.

Beobachtet man nun immer im gleichen Gebiet (z. B. Schulgarten, eigener Garten, …), so kann man sich durch diese Beobachtungen eine phänologische Uhr für das eigene gärtnerische Umfeld erstellen und diese Phasen für seine gärtnerischen Tätigkeiten mit geeigneten Zeitpunkten für Aussaat, Anpflanzung, usw. nutzen.

Seit über 100 Jahren wird in Deutschland systematisch das Wetter beobachtet und aufgezeichnet. Die Phänologie im Deutschen Wetterdienst ist ein Teilgebiet der Klimatologie und integriert im Deutschen Klima Dienst. (DKD).

Das griechische Wort „phainein“ bedeutet „sichtbar machen“. Dementsprechend ist die Phänologie die Lehre von dem, was sichtbar ist, wissenschaftlich ausgedrückt: die „Lehre von den Erscheinungen“. Gemeint sind die periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungsphasen von Pflanzen und Tieren. Da Tiere jedoch aufgrund ihrer Beweglichkeit schwerer zu beobachten sind, stehen meist Pflanzen im Mittelpunkt des phänologischen Interesses.

Aus diesen Beobachtungsdaten, die von ca. 1.250 ehrenamtlich tätigen phänologischen BeobachterInnen in Deutschland gesammelt werden, entsteht der Phänologische Kalender, eine Jahreszeiteneinteilung nach den Erscheinungen in der Pflanzenwelt.

Im Alltagsleben teilen wir das Jahr in vier Jahreszeiten ein. Es gibt jedoch auch noch eine feinere Einteilung in zehn biologisch begründete „phänologische Jahreszeiten“, die Jahreseinteilung nach Erscheinungen in der Pflanzenwelt wie Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling.

Erstfrühling nach dem phänologischen Kalender
Blattaustrieb Erstfrühling
Hagebutten der Heckenrosen
Blütenstand im Winter

Theorie | Praxis

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