Rundschau Bad Tölz Wolfratshausen Wochenende 06.07.2019

Manuela Goerlich erklärt im Gespräch, was eine Shinrin Yoku ist

Landkreis – Manuela Goerlich kennt sich aus mit Kräutern und Bäumen: Die 51-Jährige aus Bad Heilbrunn ist nämlich zertifizierte Kräuterpädagogin. Zudem ist sie ausgebildet, geführte Kurse für sogenanntes Waldbaden anzubieten. Was es damit auf sich hat, erklärt sie im Interview.

Frau Goerlich, was ist Waldbaden?
„Der bewusste Aufenthalt im Wald. Die Heilkräfte der Natur haben einen positiven Effekt für Körper, Geist und Seele. Das Waldbaden kommt eigentlich aus Japan und heißt dort „Shinrin Yoku“. Was so viel heißt wie ‘der bewusste Aufenthalt im Wald‘. Schon unsere Eltern und Großeltern wussten intuitiv, der Aufenthalt im Wald und in der Natur tun gut. Wir heutzutage brauchen inzwischen wissenschaftliche Studien, um dies zu glauben.“

Und gibt es diese Studien?
„Ja, es gibt eine Menge an internationalen wissenschaftlichen Studien zur Waldtherapie. In Japan wird Waldbaden bereits präventiv von der Krankenkasse verordnet. Nachweislich werden die Stresshormone gesenkt, das Immunsystem gestärkt, aber auch der Blutdruck, die Konzentration und ein gesunder Schlaf werden positiv beeinflusst.“

Warum ist das im Wald so? 
„In der Wald-Atmosphäre können wir zur Ruhe kommen. Beim Waldbaden gehen wir ganz langsam und bewusst durch den Wald. Mit gezielten Atemübungen nehmen wir die mit heilsamen Botenstoffen angereicherte Waldluft auf. Um unsere Achtsamkeit zu schulen, lernen wir Übungen zur Sinneswahrung kennen.“

Wer sollte ein Bad im Wald nehmen?
„Waldbaden ist für alle geeignet, die sich etwas Gutes tun wollen. Da die Waldluft extrem Staubarm ist, ist Waldbaden auch besonders für Allergiker geeignet oder Personen, die an Atemwegserkrankungen leiden. Aber grundsätzlich ist es für Alt und Jung zu empfehlen.“

Wie wird man zertifizierte Kursleiterin fürs Waldbaden?
„Als Kräuterpädagogin kenne ich die Botanik und wollte auch die japanische Waldtherapie kennenlernen. Während meiner Ausbildung zur Zertifizierten Kursleiterin Waldbaden-Shinrin Yoku in Nordrhein-Westfalen waren wir eine Woche im Teutoburger Wald unterwegs. Während dieser Zeit konnte ich selbst erfahren, wie heilsam und positiv der Aufenthalt im Wald ist. Deshalb möchte ich diese Form der Naturtherapie auch anderen Menschen nahe bringen.“

In Deutschland zahlt die Krankenkasse aber keinWaldbaden…
„Noch nicht. In Usedom gibt es bereits einen zertifizierten Heilwald und der Bayerische Heilbäder-Verband möchte auch Heilwälder in Bayern ausweisen.“

Ist Waldbaden eher ein momentaner Wellness-Hype oder ein Gesundheitstrend,
der sich etablieren wird?
„Der Trend zum Waldbaden wird sich fest etablieren. In unserer medialen Welt mit Stress und Burnout müssen wir umdenken. Wir brauchen Mittel, um uns wieder zu erden, und damit dem Stress entgegenzuwirken zu können. Die Natur- und Wald-Therapie wird einen festen Platz bei uns einnehmen.“

Das Gespräch führte Daniel Wegscheider

Wer Lust aufs Waldbaden hat, kann sich bei Manuela Goerlich unter Tel: 0160/95 03 77 33 oder via E-Mail (info@waldbaden-natur.de) melden.
Weitere Infos gibt es auf ihrer Homepage www.waldbaden-natur.de.

Pressebericht Waldbademeisterin Bayern Rundschau-Bad-Toelz-Wolfratshausen

Pressebeitrag in der Rundschau Bad Tölz – Wolfratshausen vom Wochenende 06.07.2019