Wald-Therapie

ist eine anerkannte Heilmethode,

die Anfang der 1980er-Jahre unter der Bezeichnung „Shinrin-yoku“ in Japan eingeführt wurde. Als größtes Lebewesen auf dem Planeten ist der Baum von Anbeginn der ständige Begleiter der Menschheit.

Die Wald-Therapie ist auch ein Element der Klima-Therapie, welches gezielt für präventive und therapeutische, aber auch rehabilitative Zwecke eingesetzt werden kann. Dazu gibt es eine Vielzahl internationaler Studien, welche die gesundheitsfördernden Aspekte auf Körper und Psyche dokumentieren.

Die Heilkraft der Bäume hilft uns, wieder in Balance zu kommen, die Seele zu heilen und körperliche Beschwerden zu lindern.

Heute zeigen Forschungsergebnisse, dass Bäume im Wald untereinander sogar kommunizieren und Informationen austauschen können.

Was kann der Wald leisten,

um zur Gesundheit der Menschen beizutragen?

Die Waldluft enthält einen Cocktail aus bioaktiven Substanzen, welchen den menschlichen Ruhe-Nerv (Parasympatikus) aktivieren. Dadurch wird die Produktion der Stresshormone (Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin) im Blut verringert und in diesem Modus wird eine Regeneration und Heilung bis auf Zellebene aktiviert.

Unser Immunsystem ist nach der modernen Psychoneuroimmunologie (Psyche, Nervensystem, Immunsystem) ein Sinnesorgan, weil es die Umgebung auf Reize und Substanzen von außen überwacht. So kann die ganzheitliche Sinneswahrnehmung im Wald über das Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken vorbeugend wirken.

Waldtherapie kann uns vor Erkrankungen schützen und unser Immunsystem stärken, bei Behandlungen unterstützen, aber stellt keinen Ersatz für eine medizinische Behandlung dar.

Während meiner Ausbildung zur Kursleiterin Waldbaden/Shinrin Yoku konnte ich selbst die heilende Kraft des Waldes spüren und bin seitdem überzeugt von der Wald-Therapie. Um noch gezielter auf Kundenwünsche eingehen zu können, habe ich mich entschlossen, berufsbegleitend eine Weiterbildung zur Entspannungstherapeutin zu absolvieren.

Von Japan über Südkorea sowie Finnland und Schweden wurden in den letzten Jahren verschiedenste Einrichtungen zur Wald-Therapie konzipiert, sei es Wald-Therapie-Wege, „Forest Bath Parks“, „Natural Recreatin Forests“ oder „Green Steps“.

Seit 1979 werden in Deutschland mögliche Zusammenhänge zwischen Wald und Gesundheit gesammelt und zusammengefasst. Auch in der Waldpädagogik ist das Thema „Wald und Gesundheit“ integriert.

2006 konnte nach langer Planung in Brandenburg das Projekt „Praxis Dr. Wald“ gestartet werden. Seit 2011 können dort Besucher die gesundheitsfördernden und erhaltenden Wirkungen des Waldes mit allen Sinnen erfahren.

Inzwischen gibt es einen zertifizierten Heilwald auf Usedom. Naturliebhaber jeden Alters, Kurgäste an der Ostsee und gestresste Manager aus Politik und Wirtschaft nutzen die natürliche Heilkraft der Bäume zur Waldtherapie oder zur Meditation.

Österreich und Spanien sind bereits ebenfalls in der Planung Heilwälder auszuweisen. 2018 wurde ein internationaler Kongress zum Thema „Heilwald“ abgehalten.

Der Bayerischen Heilbäder-Verbandes (BHV) hat nun im April 2019 sein neues Projekt „Wald und Gesundheit“ vorgestellt, in dem es um die Einrichtung von Kur- und Heilwälder in bayerischen Kurorten geht.